Freie Office Suiten – die Qual der Wahl

von Lothar Becker (LB/Karlsbad Mai 2014)

Möchte man zu den freien Office Suiten migrieren so hat man momentan die Qual der Wahl, folgt man dem LibreOffice Zweig der freien Office Gemeinde oder lieber doch der ursprünglichen Linie mit Apache OpenOffice. Beide Welten, und als solche stellen sie sich inzwischen dar, haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Was liegt näher, aus der Entscheidungssituation heraus einen Vergleich zu wagen, auch wenn dieser in der Allgemeinheit immer nur halb gelingen kann, denn es kommt draauf an, wie das Fazit zeigt.

Was ist der Stand der freien Office Suiten?

LibreOffice, oft mit LibO abgekürzt, liegt in zwei Strängen vor. Seit neuestem gibt es die Bezeichnung „fresh“ für die mehr experimentelle Linie der 4.2er Minor Releases und die eher „stabel“ und nur durch Bugfixes weitergeführte Linie der 4.1er Minor Release Reihe. Letztere ist den produktiven Deployments in Verwaltungen und Unternehmen empfohlen, wer neue Features nutzen will ist mit der ersteren besser bedient aber ggf. mit ein paar qualitativen Einbussen konfrontiert.Insgesamt ist in beiden Strängen mit einem häufigen Minor-Releasewechsel zu rechnen, neue Versionen liegen in schnellen Schritten alle 8 bis 12 Wochen vor.

Nachdem bei Apache Open Office (AOO) ein Jahr Ruhe bis zur Release 3.4.0 war, ein Bugfixrelease mit 3.4.1 relativ zügig nachgereicht wurde, dann wieder lange Ruhe bis November letzten Jahres war, kam das neue Major Release 4.0 dafür mit frischem Design. Mitte des Jahres wird wohl nach mehreren Betas die 4.1 Version folgen, mit vielen Verbesserungen auch in der Kompatibilität aber noch keinem OOXML Export.

Beide Zeige haben bzw. werden wohl die Änderungen an der Oberfläche Richtung Ribbon mit 4.0 nicht einführen. Man darf gespannt sein, wann dies der Fall sein wird, denn eines der wichtigsten Migrationsargument kippt ja langsam, da die Ribbon Oberfläche inzwischen von vielen Anwendern gelernt und akzeptiert ist. BTW: bei Microsoft ist schon die nächsten Generation der Oberfläche zu entstanden, wenn man WIN 8 mit App Konzept sieht und MSO2013 mit MSO365.

Warum eigentlich plötzlich die Qual der Wahl?

Vorweg die gute Nachricht: Bisher gibt es keine Probleme beim Austausch von Dokumenten im nativen Format zwischen LibO und AOO. Eine Selbstverständlichkeit, wenn man auf einen ISO Standard setzt. Dennoch muss dieser ja umgesetzt werden und lässt natürlich auch hier Interpretationsspielraum, man darf also gespannt sein, wann sich auch hier die Welten auseinander bewegen.

Und damit sind wir schon bei den Gründen der Qual der Wahl. Denn nach der Ankündigung durch LibO, die API (UNO – Framework) zu vereinfachen und damit Änderungen vorzunehmen, können Entwicklungen im Schnittstellenbereich aber auch ggf. Makroentwicklungen mit Rückgriff auf die UNO API produktspezifisch sein und im jeweils anderen Produkt nicht mehr funktionieren.

So gibt es zum Beispiel die Verfügbarkeit von Lösungen für AOO, die auf LibO nicht (mehr) laufen, hier wären zum Beispiel die DATEV Schnittstelle zu benennen oder auch die letzten Versionen des Duden Korrektors.

Es ist also nicht mehr egal, mit welchem Produkt man arbeitet. Dies macht sich auch im Stand der Im- und Exportfilter und hier insbesondere beim Thema OOXML bemerkbar. Klare Filterrückstände sind auf AOO festzustellen, insbesondere auch darin, dass auch wohl mit der Version 4.1 noch kein OOXML Exportfilter in AOO verfügbar ist. LibO hat in vielen schnellen Versionen Weiterentwicklungen in den Filtern eingebaut, die nicht in AOO eingeflossen sind. So macht sich dies zum Beispiel in unterschiedlichen Interpretationen von Word-Formularen bei einer Migration bemerkbar.

Dem weit verbreiteten Wunsch, dass sich LibO und AOO durch ihre Weiterentwicklungen doch gegenseitig befruchten könnten – wir sind doch im Open Source Bereich – steht leider der unterschiedliche Gebrauch von freien Lizenzversionen entgegen. Code-Zulieferungen zu den Produkten unterliegen Schwierigkeiten beim Deployen in die Zweige wegen wesentlichen Unterschieden in den Lizenzbestimmungen zugrunde, LibO darf sich bei AOO bedienen, AOO aber nicht so ohne weiteres bei LibO. Auch beim Thema Oberfläche laufen die beiden Produkte langsam auseinander, schnellere Fortentwicklung bzw. Veränderungen finden sich in LibO (Bsp: Menüeinträge, Druckerdialog, Seitenansicht mit Rahmen), die offensichtlich sich durch Anpassung von Dialogen und Assistenzabfolgen mehr an MSO2003 orientieren.

Ein Auseinanderlaufen ist auch bei den administrativen Themen festzustellen, z.B. beim Thema „registrymodifications“. LibO hat durch weitere Änderungen in den Customzing-Einstellungen keine gemeinsame Basis mehr mit AOO, sodass die Profilverwaltung in Technik und Speicherung nicht mehr austauschbar ist. Dass diese schnellen Weiterentwicklungen bei LibO nicht nur positive Effekte haben kann an den Qualitätsverlusten durch Codeänderungen festgestellt werden (siehe einen zwischenzeitlichen extremen Bug in der Terminalserverfähigkeit von LibO, oder die nicht unbedingt verbesserten Veränderungen in der RTF Filterlandschaft).

Wer was bevorzugt, hängt also definitiv vom Einzelfall und dem Einsatz-Szenario ab. Sind sie eher der konservativ stabile Typ, der auf neue Features verzichten kann oder eher der experimentelle tolerante Typ, der viele Verbesserungen in Kompatibilität aber damit auch Fehler akzeptieren kann?

Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung, fragen Sie uns nach Beratung und Expertise, wir helfen Ihnen gerne weiter. Auch wenn Sie schon freie Office Suiten einsetzen, und eventuell auf die andere wechseln wollen, Mail an info@f-o-x.biz genügt.

F-O-X News

Offizielles Release
riess1CLICKapp für LibreOffice


Mit der riess1CLICKapp können Sie aus einem LibreOffice Writer Dokument ganz einfach markierte Worte im Internet recherchieren.
Wiki, Googeln, Thesaurus, Twitter, Duden Online, Maps und vieles mehr mit ”1 CLICK”.
Beschreibung und Download siehe riess1CLICKapp
F-O-X sponsort die
LibreOffice Conference 2014

F-O-X ist Silver Sponsor der diesjährigen LibreOffice Conference in Bern. Die Community und interessiertes Fachpublikum aus Wirtschaft und Verwaltung trifft sich am 3. bis 5. September in der Universität Bern. F-O-X ist auch mit einem Vortrag des F-O-X Initiators und .riess applications Geschäftsführers Lothar Becker vertreten.
Nähere Infos unter LibreOffice Conference 2014
Erfolgreiche F-O-X Teilnahme bei der LibO Bug Hunting session
Die LibreOffice Community hat für die Version 4.3 eine Bug Hunting session veranstaltet, an der weltweit Teilnehmer die neue Version im Beta Status auf Herz und Nieren getestet haben. F-O-X war natürlich auch vertreten! Auffällig war, dass es gar nicht so einfach war, im Sinne des ”Jagens” auch wirkliche Fehler zu finden, das spricht natürlich für die Software. Andererseits konnten Fehler erneut bestätigt werden, die schon seit sehr langer Zeit in der Software sind. Alles in allem eine sehr gute Aktion, die weltweite Resonanz fand.
100 Million Downloads von Apache OpenOffice erreicht
Mitte April 2014 hat die Apache Foundation die 100 Millionen Downloads von OpenOffice verkündet. F-O-X gratuliert dem Projekt zu dieser beeindruckenden Zahl und natürlich zur neuen Version 4.1.
LibreOffice wechselt zu Firebird
LibreOffice hat ab Version 4.2 die Möglichkeit geschaffen, eine Datenbank auch auf dem DBMS Firebird zu erstellen. Firebird, hier die Version 2.5, bietet auch in der Embedded-Variante in LibreOffice eine beiweitem bessere Performance und Skalierung als die bisherige HSQLDB. Leider ist mit der Embedded-Variante das Thema Mehrbenutzer-Datenbank nicht gelöst, es wird auch zukünftig eine ServerDB notwendig sein, um mehrere Bentuzer auf den selben Daten konkurrent arbeiten lassen zu können. Firebird bietet diese Betriebsvariante ebenfalls an, sodass dies mit Base in Zukunft zumindest einfacher zu realisieren sein wird.
Neuer F-O-X Fachartikel zur Wahl zwischen AOO und LibO
Ein neuer Fachartikel zu Argumenten bei der Wahl zwischen den freien Office Suiten geschrieben von Lothar Becker, .riess applications und F-O-X Consultant, steht unter dem Menüpunkt Beratung zur Verfügung, viel Spaß beim Lesen!
Bei Fragen einfach eine Mail an info@f-o-x.biz !
15 Jahre Einsatz von freien Office Suiten bei .riess
Man mag es kaum glauben, aber dieser Tage jährt sich zum 15ten Mal die Einführung von StarOffice bei der .riess applications. Seit nunmehr eineinhalb Dekaden werden alle Office-Arbeiten im Unternehmen mit freien Office Suiten erledigt. Dies ist neben der langjährigen Expertise ein Beweis für die Langlebigkeit und Praxistauglichkeit. Zum Einsatz kommen inzwischen sowohl AOO wie auch LibO in der Nachfolge von StarOffice.
Bei Fragen einfach eine Mail an info@f-o-x.biz !
Freie Office Suiten mobil? Kein Problem …
Auch im Business Bereich setzt die Nachfrage nach mobilen Lösungen nach freien Offices für Smartphone und Tablet ein. Passende Angebote finden sich inzwischen im Markt, beispielhaft seien hier AndrOpen Office (eine Lösung von OpenOffice auf Android) oder die rollApp Lösungen (für LibreOffice Module im Browser).
Fragen zu den Lösungen? Einfach Mail an info@f-o-x.biz
F-O-X Anfragen an Fachapplikationshersteller laufen
Im Rahmen der F-O-X Gespräche wurde der Bedarf nach einem Listing von Fachapplikations- hersteller erkannt, die auf ihren unterschiedlichen Fachgebieten eine Schnittstelle zu den freien Office Suiten anbieten. F-O-X arbeitet an dieser Liste, es laufen zur Zeit die Anfragen an die Hersteller. Wenn Sie Interesse an der Liste haben oder einen Tipp, wer noch auf diese Liste sollte, einfach kurze Mail an
info@f-o-x.biz
NEU: F-O-X Schulungsangebot für freie Office Suiten
Zum Bedarf von Office Schulungen bietet F-O-X umfangreiche auf den Bedarf zugeschnittene Schlungsblöcke für Apache Open Office oder LibreOffice an. Erfahrene Trainer und Consultants mit Referenzen vermitteln ihr Wissen vom Anwender über den Power User bis hin zur Administration in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anfragen bitte an info@f-o-x.biz !
Fehler-Reporting für freie Office Suiten
Niemand ist fehlerfrei, auch nicht freie Office Suiten. Haben Sie einen Fehler entdeckt und wollen ihn in die Qualitätssicherung der Systeme einbringen so gibt es zwei zentrale Portale als Anlaufpunkte, um diese zu reporten.
Für LibreOffice ist das hier und für
Apache OpenOffice ist das diese Seite .
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